Zehn Jahre nach der globalen Finanzkrise blicken viele Branchenbeobachter zurück, bewerten, was passiert ist, und fragen sich, was sich in der Finanzdienstleistungsbranche wirklich geändert hat. An vielen Fronten kam es zu bleibenden Schäden, nicht zuletzt zu einer ernsthaften Erosion des Vertrauens.

Untersuchungen zeigen jedoch, dass das Vertrauen in den Finanzsektor weltweit zunimmt, so Robert Stammers, CFA, Director of Investor Engagement beim CFA Institute. Stammers teilte diese Erkenntnisse während einer Präsentation und Podiumsdiskussion über die neue Studie des CFA-Instituts „The Next Generation of Trust“ im Penn Club in New York.

Die Studie ging aus einer weltweiten Umfrage unter Privatanlegern und institutionellen Anlegern zum Stand des Anlegervertrauens hervor.

Stammers führte den Trend auf eine zunehmende Professionalität in der Finanzbranche zurück.

Die Vertrauensbildung bleibt eine ständige Herausforderung, sagte Stammers, aber die Verpflichtung zur Professionalität und das regelmäßige Handeln im besten Interesse der Kunden sind ein bewährter Weg zu einem höheren Vertrauensniveau.

Einzelne befragte Anleger gaben an, dass ihr Vertrauen in Berater hauptsächlich von folgenden Prioritäten bestimmt wird: vollständige Offenlegung von Gebühren, Offenlegung und Management von Interessenkonflikten und Erzielung von Renditen, die besser als eine Benchmark sind. Die beiden wichtigsten Attribute für Institute bei der Einstellung eines Vermögensverwalters sind das Vertrauen, im besten Interesse des Kunden zu handeln und hohe Renditen zu erzielen.

Stammers stellte fest, dass der Einsatz technologischer Tools zwar weiter zunimmt, das Vertrauen jedoch nicht allein durch ausgefeilte technische Angebote erreicht werden kann. Technologie kann jedoch eine wichtige Komponente sein. Viele Investoren gaben an, dass sie sich bei der Beratung auf Menschen verlassen, die Technologie jedoch als ergänzendes Instrument betrachten. Der intelligente Einsatz von Technologie erhöht in der Tat das Vertrauen in Kombination mit einer menschlichen Note.

Marke und Referenzen sind entscheidend.

Die Marke wird zunehmend als Vertrauensbeweis angesehen, und daher sollten mehr Investment-Management-Unternehmen in ihre Marken investieren, deren Botschaft über die Leistung hinausgeht, so die Studie. Jüngere Investoren, insbesondere Millennials, schätzen Marken mehr als Babyboomer.

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Studie war, wie sehr Kunden seriöse Referenzen schätzen. Ungefähr drei Viertel der Privatanleger und institutionellen Anleger halten es für wichtig, dass das Unternehmen, mit dem sie zusammenarbeiten, Investmentprofis mit Referenzen von angesehenen Branchenorganisationen beschäftigt – ein Indikator für Vertrauenswürdigkeit.

Während der Podiumsdiskussion im Anschluss an Stammers ‘Präsentation stellte Gerri Walsh, Präsident der FINRA Investor Education Foundation, ein selbst beschriebener „erholender Anwalt“, fest, dass Unternehmen häufig auf langwierige und verwirrende Offenlegungsdokumente angewiesen sind, um mit Kunden über ihre Geschäftstätigkeit zu kommunizieren . Dennoch werde nur ein sehr kleiner Teil dieser Angaben tatsächlich von den Aufsichtsbehörden verlangt, sagte sie: Der größte Teil der Redewendungen stamme von den Anwälten einer Kanzlei, um die Kanzlei und nicht den Mandanten zu schützen.

Judy Brennan, Geschäftsführerin für Reputationsmanagement bei Ogilvy, sagte, dass viele Finanzdienstleistungsmarken zwar rehabilitiert wurden, andere jedoch weiterhin zurückbleiben und einen langen Weg vor sich haben, um wieder Vertrauen zu gewinnen.

Das Vertrauen mag insgesamt zunehmen, sagte sie, aber einige Unternehmen werden immer noch Schwierigkeiten haben, bis sie ihre Altlasten erfolgreich bereinigt haben.

Dieser Artikel stammt aus einem Beitrag, der ursprünglich auf der Website der Financial Communications Society (FCS) veröffentlicht wurde.

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Alle Beiträge sind die Meinung des Autors. Als solche sollten sie weder als Anlageberatung ausgelegt werden, noch spiegeln die geäußerten Meinungen notwendigerweise die Ansichten des CFA-Instituts oder des Arbeitgebers des Autors wider.