Anhänger alternativer Anlagen behaupten seit vielen Jahren, dass altlastige Anleger eine bessere Performance erzielen als Aktien- und Anleiheninvestoren und sich darüber hinaus einer „Volatilitätsdämpfung“ erfreuen.

In einem kürzlich veröffentlichten LinkedIn-Beitrag wiederholte ein leitender Angestellter der CAIA Association diese Behauptung und sagte:

„Die Stiftungen, die Alts größere Teile zugewiesen haben, übertreffen eine 60/40 im LT erheblich. Noch wichtiger ist, dass sie eine deutlich geringere Volatilität sehen und das Risiko verringern. “

Keine Absicherung in Bezug auf Alts – mehr Rendite, weniger Risiko.

Zufällig habe ich kürzlich die Wertentwicklung einer Gruppe großer Bildungsfonds in den zehn Jahren zum 30. Juni 2018 untersucht. Ich habe mich auf Stiftungen mit einem Vermögen von mehr als 1 Milliarde US-Dollar konzentriert, die eine durchschnittliche Allokation in alternative Anlagen von fast 1 hatten 60% während des Studienzeitraums. Ich habe eine Zusammenstellung der Renditen für diese Investoren unter Verwendung der NACUBO-Daten (National Association of College and University Business Officers) erstellt. Dann habe ich mithilfe einer renditebasierten Analyse einen Benchmark mit gleichem Risiko für den Verbund erstellt. (Die passive Benchmark mit gleichem Risiko bestand tatsächlich aus 72% Aktien und 28% Anleihen.)

Ich stellte fest, dass der Stiftungsverbund das passive Portfolio mit gleichwertigem Risiko um eine Underperformance aufwies 1,6% pro Jahr. Eine Underperformance von 1,6% pro Jahr über ein Jahrzehnt ist kein Heu.

Im Verlauf dieser Arbeit habe ich auch die These untersucht, dass Alts die Volatilität des Portfolios im Vergleich zu einem 60/40-Portfolio dämpfen. Im einfachsten Sinne stellte ich fest, dass die annualisierte Standardabweichung der zusammengesetzten Kapitalrenditen betrug 11,7% im Vergleich zu 9,4% für das 60/40-Portfolio aus Russell 3000 und Bloomberg Barclays Aggregate Bond Index. Mit anderen Worten, die altlastigen Portfolios waren 24% volatiler als “60-40”.

Soviel zu einem zentralen Element der Existenzberechtigung für institutionelle Investitionen in Alts. Über ein Jahrzehnt waren die altslastigen Stiftungen eher volatil als weniger volatil als „60-40“.

Was ist mit Leistung? Das folgende Diagramm ist eine Regression des Stiftungsverbunds gegenüber dem 60/40-Portfolio. Die Steigung (Beta) ist 1.22. Der Achsenabschnitt der Regression (Alpha) ist -3,7% pro Jahr (t-Statistik von -4,0).

Soviel zu der Behauptung, dass altslastige Stiftungen „60/40“ übertreffen. Die Stiftungen blieben risikobereinigt mit einer um 22% höheren Marge hinter der Wertentwicklung zurück, wobei das marktbezogene Risiko um 22% höher war.

Endeffekt

Meine Forschung zeigt, inwieweit sich die Preisgestaltung auf dem öffentlichen Markt seit der globalen Finanzkrise (GFC) in den Renditen von Immobilien, Private Equity und Hedgefonds auf dem Privatmarkt widerspiegelt. Heutzutage werden Alt-Renditen durch Renditen belebt, die an den Aktien- und Rentenmärkten beobachtet werden.

Folglich gibt es weder Grund (Logik) zu erwarten, dass Alts „Risikodämpfer“ sind, noch Beweise dafür, dass dies seit dem GFC der Fall ist.

Vorbehalt Emptor!

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Alle Beiträge sind die Meinung des Autors. Als solche sollten sie weder als Anlageberatung ausgelegt werden, noch spiegeln die geäußerten Meinungen notwendigerweise die Ansichten des CFA-Instituts oder des Arbeitgebers des Autors wider.

Bildnachweis: © Getty Images / Baac3nes

Richard M. Ennis, CFA

Richard M. Ennis, CFA, verwaltete Geld bei Transamerica und leistete Anfang der 1970er Jahre Pionierarbeit im Bereich Quant Investing. Er war an der Schaffung des Bereichs der institutionellen Anlageberatung bei A.G. Becker & Co. beteiligt. Richard war Mitbegründer von EnnisKnupp, dem ersten Beratungsunternehmen, das als professionelles Dienstleistungsunternehmen anerkannt wurde. Während seiner Karriere erhielt Ennis vom CFA Institute und der Investment Management Consultants Association Auszeichnungen für sein Lebenswerk. Seine Forschung gewann Graham & Dodd und Bernstein Fabozzi Jacobs Levy Awards. Er hat das Financial Analysts Journal herausgegeben.