Unsere langfristigen Kapitalmarktannahmen (LTCMAs) bei J.P. Morgan Asset Management sind strukturell optimistisch, aber wir können die potenziellen kurzfristigen Schmerzen, die mit dem Ende des aktuellen Zyklus einhergehen können, nicht übersehen.

Wie können Anleger sicherstellen, dass ihre Portfolios kurzfristig überleben, damit sie langfristig gedeihen können?

Die Antwort wäre ziemlich einfach, wenn alle Rezessionen gleich wären und vorhersehbare Auswirkungen auf Märkte und Anlegertypen hätten. Aber sie sind es nicht und sie tun es nicht. Wir können nicht vorhersagen, wie sich die nächste Rezession entwickeln wird. Wir können jedoch einen Rahmen bieten, der den Anlegern hilft, sich auf die Risiken im späten Zyklus vorzubereiten, die für ihre Anlagebedürfnisse und -ziele am relevantesten sind.

Lehren aus der Rezession

Eine Analyse der Rezessionserfahrungen der entwickelten Märkte in den letzten vier Jahrzehnten – und die daraus resultierende Abfolge der Marktreaktionen – prägt unseren Rahmen. Unsere Ergebnisse erinnern stark daran, dass Rezessionen nicht immer zu Aktienverkäufen, Kreditausfällen und einer Flucht in die Qualität führen, die die Preise für Staatsanleihen in die Höhe treibt. Die Märkte können heftig reagieren und sich sofort erholen oder einfach eine Rezession ganz abschütteln. Marktreaktionen erfolgen nicht in einer festgelegten Reihenfolge.

Wir formulieren vier plausible Rezessionsszenarien, in denen die möglichen Auslöser und die möglichen Marktreaktionen jeweils identifiziert werden. Während Rezessionen immer schmerzhaft sein werden, können die Intensität und die Art dieser Schmerzen stark variieren.

  • In Rezessionen, die durch die Straffung der Geldpolitik verursacht werden, werden die Vermögenswerte der Schwellenländer neben einem starken US-Dollar leiden.
  • Von Unternehmensvorsorge geprägte Rezessionen bergen besondere Risiken für Aktien und Kreditmärkte.
  • Eine Rezession nach einem Handelskrieg dürfte nichtlineare Auswirkungen auf das kurzfristige Wachstum und die Inflation haben, wobei die Vermögenswerte der Schwellenländer wahrscheinlich unterdurchschnittlich abschneiden.
  • In den Vereinigten Staaten mit ihrer verbraucherorientierten Wirtschaft dürfte ein schwächerer Nachfrageimpuls nach einem Rückzug der Verbraucher die Inflation eindämmen.

Mögliche Abschwungsszenarien

Quelle: J. P. Morgan Asset Management. Nur zur Veranschaulichung.

Blick in den späten Zyklus

Vor diesem Hintergrund bewerten wir die wahrscheinlichen Auswirkungen dieser Szenarien und Marktreaktionen für verschiedene Arten von Anlegern. Die gute Nachricht ist, dass wir die Anleger im Allgemeinen als etwas widerstandsfähiger ansehen als in der Vergangenheit. Sie unternehmen Schritte, um Portfolios zu diversifizieren, sie nach ihren spezifischen Bedürfnissen zu strukturieren und Asset Allocation-Lösungen zu integrieren. Aber es bleiben Bedenken.

  • Für Pensionsfonds besteht heute das Hauptrisiko darin, dass Pläne ihre Sponsoren unter Druck setzen, insbesondere in einem Unternehmensszenario mit schwerwiegenden Aktienrückgängen. Die Verwaltung von Pensionsportfolios in einem rezessiven Umfeld erfordert die Überwachung einer Reihe von Risikofaktoren, die über die reine Preisentwicklung von Vermögenswerten hinausgehen. Dies können negative Cashflow-Risiken, Einsatz von Derivaten und illiquide Allokationen sein.
  • Staatsfonds, Stiftungen und Stiftungen sind gut auf rezessive Bedingungen vorbereitet, aber nur, wenn sie ihre Ausgabenverpflichtungen erfüllen und es vermeiden können, auf illiquiden Märkten zu einem erzwungenen Verkäufer zu werden. Dies ist besonders wichtig, da diese Investoren stark in private Vermögenswerte investiert haben, da die erwarteten Renditen von Aktien und Anleihen im Laufe des Zyklus gesunken sind.
  • Einzelne Anleger mit höheren Aktienallokationen, wie z. B. in den USA, sind am stärksten von einer Rezession betroffen, haben jedoch je nach Einkommensniveau und Alter möglicherweise auch die größte Fähigkeit, sich zu erholen. Anlageinstrumente wie Zielterminfonds bauen auf altersbedingter Widerstandsfähigkeit auf und können die Widerstandsfähigkeit langfristig weiter verbessern, indem sie die Bedürfnisse der Anleger bis zur Pensionierung aktiv steuern. Darüber hinaus können Multi-Asset-Strukturen Portfolios in einer Zeit der Marktschwäche effektiv verwalten.

Um die Widerstandsfähigkeit in einem Abschwung zu stärken, müssen alle Anleger die Qualität des rezessiven Umfelds beurteilen und die Risiken, die sie tragen, und ihre Fähigkeit, sie zu tragen, verstehen. Eine solche Einschätzung ist entscheidend, um kurzfristig zu überleben und langfristig erfolgreich zu sein.

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Alle Beiträge sind die Meinung des Autors. Als solche sollten sie weder als Anlageberatung ausgelegt werden, noch spiegeln die geäußerten Meinungen notwendigerweise die Ansichten des CFA-Instituts oder des Arbeitgebers des Autors wider.

Bildnachweis: © Getty Images / erhui1979

Sorca Kelly-Scholte

Sorca Kelly-Scholte ist Leiterin EMEA Pensions Solutions & Advisory bei J.P. Morgan Asset Management.

John Bilton, CFA

John Bilton, CFA, ist Leiter der globalen Multi-Asset-Strategie bei J.P. Morgan Asset Management.

Vincent Juvyns

Vincent Juvyns ist ein globaler Marktstratege bei J.P. Morgan Asset Management.