Laut Calcbench zahlten nichtfinanzielle Unternehmen in den USA ihren Aktionären im Geschäftsjahr 2017 Aktienrückkäufe in Höhe von 456 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Plus von 300 Milliarden US-Dollar vor fünf Jahren.

US-Firmen haben sich bei der Beschleunigung ihrer Rückkäufe zunehmend an Investmentbanken gewandt. Viele Unternehmen kaufen ihre Aktien jetzt von der Bank of America, Goldman Sachs, JPMorgan und anderen Banken zurück, die von institutionellen Anlegern geliehene Aktien liefern, anstatt Aktien schrittweise über Broker auf dem freien Markt zurückzukaufen.

Diese relativ neue Form des durch Investmentbanken erleichterten Rückkaufs, der als beschleunigter Aktienrückkauf (ASR) bezeichnet wird, ist seit Mitte der 2000er Jahre sehr beliebt geworden. Im vergangenen Jahr gaben beispielsweise nichtfinanzielle Unternehmen mehr als 48 Milliarden US-Dollar für ASRs aus, was etwa 10,5% des gesamten Rückkaufbetrags in US-Dollar entspricht.

ASRs sind schnell. Wenn ein Geschäft zwischen einem Unternehmen und seiner Investmentbank abgeschlossen wird, wird die Anzahl der Aktien des Unternehmens über Nacht reduziert. Und nicht um einen unbedeutenden Betrag. In einer kürzlich im Rahmen von Review of Accounting and Finance veröffentlichten Studie stelle ich fest, dass ASR-Unternehmen im Durchschnitt etwa 5% ihrer ausstehenden Aktien zurückkaufen.

Die sofortige Reduzierung der ausgegebenen Aktien steigert häufig das ausgewiesene Ergebnis je Aktie (EPS). Während die Auswirkungen eines ASR auf das EPS in der Regel einige Cent nicht überschreiten, ist dies oft mehr als genug, um Unternehmen dabei zu helfen, die Prognosen der Analysten zu erfüllen oder zu übertreffen.

Die Studie von 293 ASRs, die zwischen 2004 und 2011 getätigt wurden, zeigt, dass 29% der ASR-Unternehmen die Konsens-EPS-Prognose ohne ASR tatsächlich verfehlt hätten. Dies entspricht nur 14% der Unternehmen, die ihre Aktien auf dem freien Markt zurückgekauft haben. Dies deutet darauf hin, dass ASRs eher opportunistisch eingesetzt werden, um das EPS zu stimulieren, als herkömmliche Rückkäufe.

Die Verwendung von ASRs als EPS-Verwaltungsgerät hängt von zwei Faktoren ab: ob der Bonus des CEO von der EPS-Leistung des Unternehmens abhängt und ob das Unternehmen den Ruf hat, die EPS-Ziele der Analysten konsequent zu übertreffen. Wenn eine der beiden Bedingungen erfüllt ist, verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit einer ASR fast.

Die Ergebnisse zeigen zwar, dass die Verwaltung von EPS über ASRs keine günstigere Reaktion der Anleger auf Gewinnmeldungen hervorruft, sie können jedoch den Managern helfen, ihre Vergütung und ihren Ruf zu verbessern. Eine Prüfung der Proxy-Statements der Stichprobenunternehmen ergab, dass in nur drei Fällen die Vergütungsausschüsse bei der Entscheidung über die Bonuszahlung des CEO die Berücksichtigung der EPS-Auswirkungen eines ASR erwähnten.

Trotz der Bedenken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Rechnungslegung sind ASRs zu einem wichtigen Bestandteil der Rückkaufprogramme von Unternehmen geworden. Tatsächlich deuten die Beweise darauf hin, dass viele ASR-Unternehmen nach dem Rückkauf eine verbesserte Betriebsleistung melden.

Je mehr ASR-Transaktionen durchgeführt und mehr Daten analysiert werden, desto weniger Fragen stellen sich, was Manager zur Implementierung motiviert.

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Alle Beiträge sind die Meinung des Autors. Als solche sollten sie weder als Anlageberatung ausgelegt werden, noch spiegeln die geäußerten Meinungen notwendigerweise die Ansichten des CFA-Instituts oder des Arbeitgebers des Autors wider.

Bildnachweis: © Getty Images / CSA-Archiv

Ahmet C. Kurt, PhD

Ahmet C. Kurt ist Assistenzprofessor für Rechnungswesen an der Bentley University. Er hat einen Doktortitel von der University of Pittsburgh und einen MBA von der University of Alabama. Seine Forschungsergebnisse wurden in Fachzeitschriften wie dem Journal of Accounting and Economics und European Accounting Review veröffentlicht und in verschiedenen Medien wie dem Wall Street Journal, Bloomberg und CFO.com zitiert.